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Kommission Frau und Niere

Die Kommission „Frau und Niere“ der DGfN

Die Kommission „Frau und Niere“ der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) möchte frauenspezifische Standpunkte und Themen innerhalb der Nierenheilkunde aufgreifen, bestehende Probleme aufzeigen und mögliche Lösungsvorschläge erarbeiten. Die Kommission wurde auf Initiative der DGfN-Vorstandsmitglieder Prof. Dr. med. Christiane Erley und Prof. Dr. med. Kerstin Amann ins Leben gerufen und wird von Frau Prof. Dr. med. Marion Haubitz (Fulda) geleitet.

Einen thematischen Schwerpunkt legt die Kommission auf die Erforschung von genderspezifischen Aspekten des Fachgebiets Nephrologie, einen weiteren auf die Analyse der Situation von Nephrologinnen im Berufsalltag. Auch im Jahre 2012 sind Frauen in medizinischen Führungspositionen nur selten anzutreffen – und das, obwohl Medizinstudentinnen zahlenmäßig überwiegen und in der Regel leistungsorientierter sind als ihre männlichen Kommilitonen. „Wir fragen uns, wo diese ambitionierten Medizinerinnen bleiben, wenn es um Chefarztpositionen, Lehrstühle und Berufung auf prestigereiche Ehrenämter geht. Die DGfN ist mit zwei Frauen im fünfköpfigen Vorstand eine zwar vorbildliche Ausnahme, aber berufliche Führungspostionen werden auch in der Nephrologie viel zu selten von Frauen besetzt“, so die Vorsitzende. Ursache könnte ein strukturelles Problem sein: Der Arztberuf, besonders in Klinikbereich, ist nur schwer mit einer Familiengründung und dem Muttersein in Einklang zu bringen. „Aber es gibt noch weitere Gründe – so neigen Frauen häufig zu geringerem Selbstwertgefühl und trauen sich nicht, sich auf höhere Positionen zu bewerben. Hinzu kommt, dass sie seltener in Netzwerken verankert sind, die sich durchaus als karriereförderlich erweisen“, erläutert Prof. Erley. Die Kommission, die zukünftig unter der Leitung der neu gewählten Vorstandsvorsitzenden, (Hannover), arbeiten wird, möchte solche „Karrierehindernisse“ im Bereich der Nephrologie abbauen und das Networking unter Nephrologinnen fördern.

Doch die Betrachtung und Verbesserung der Situation von Nephrologinnen stellt nur einen Teilbereich der Aufgaben dar. Die Kommission „Frau und Niere“ wird sich darüber hinaus auch mit der speziellen Situation von nephrologischen Patientinnen auseinandersetzen und frauenspezifische Gesundheitsforschung im Bereich der Nierenheilkunde anstoßen.

Aber auch sozio-medizinische Fragenstellungen werden in der Kommission thematisiert. So unterscheiden sich Nierenpatientinnen deutlich von ihren männlichen Leidensgenossen: Sie lehnen häufiger eine Nierenersatztherapie ab, werden bei Dialysepflichtigkeit überproportional häufiger mit einem Katheter als mit einem Shunt versorgt und zeigen ein altruistischeres Verhalten, wenn es um die Transplantation geht – 70% aller Lebendspenderorgane stammen von Frauen, aber nur 30% aller Transplantatempfänger sind Frauen. Einen besonderen Stellenwert in der Forschungsarbeit der Kommission „Frau und Niere“ wird zudem die „ältere Dialysepatientin“ (Patientinnen > 75 Jahre) einnehmen.

eingestellt am 19.01.2012 

Vorstand der Kommission „Frau und Niere“     

- Prof. Dr. med. Kerstin Amann (Erlangen) 
- Dr. med. Claudia Braun (Berlin)
- PD Dr. med. Heike Bruck (Krefeld) 
- Prof. Dr. med. Christiane Erley (Berlin) 
- Marion Frei (Pflegeleitung KfH Turmstraße, Berlin) 
- Prof. Dr. med. Marion Haubitz (Hannover) 
- Dr. med. Regina Hermann (Jena) 
- Dr. med. Mojgan Mahyar-Römer (Püttlingen) 
- Dr. med. Karin Mienert (Berlin) 
- PD Dr. med. Anna Mitchell (Essen) 
- Dr. med. Sylvia Petersen (Berlin) 
- PD Dr. med. Sylivia Stracke (Greifswald)

Korrespondenzadresse: 
Prof. Dr. med. Marion Haubitz 
Direktorin der Medizinischen Klinik III (Nephrologie) 
Klinikum Fulda Pacelliallee 4
36043 Fulda 
Tel. 0661-845451 
Fax 0661-845452
Marion.Haubitz@remove-this.Klinikum-Fulda.de