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30.05.2011

Nephrologische Therapie bei EHEC Infektion mit schwerer thrombotischer Mikroangiopathie

Die hier vorgelegten Empfehlungen können nur genereller Natur sein. In jedem Einzelfall muss die Therapie der individuellen Situation des Patienten angepasst werden.

Uns allen ist sehr wohl bekannt, dass keine durch randomisierte Studien gesicherte Evidenz vorliegt. Solche Studien waren angesichts der geringen Fallzahl und der Heterogenität der EHEC Infektion in der Vergangenheit auch kaum möglich. Die DGfN hat jedoch auf dringende Nachfrage aus der Mitgliedschaft, angesichts der schweren Verläufe und in Ermangelung von therapeutischen Alternativen, ein mögliches Therapiekonzept vorgelegt. Der Verzicht auf Plasmapherese oder eine Abwandlung des nachfolgenden Therapie-Protokolls sind selbstverständlich denkbar / möglich.

  • Indikation zur Plasmapherese (PP) bei renaler und / oder neurologischer Beteiligung und schwerer Hämolyse (Thrombozyten < 100.000 mm-3 ; einzelne Zentren warten bis Thrombozyten < 30.000 mm-3)
  • Plasmapherese mit Ersatz des Plasmavolumens (PV = (0,065 x Körpergewicht in kg) x (1 – HcT)) alle 24h. Nach 5 PP kann die Therapie, je nach Verlauf, nur noch alle 48h erfolgen.
  • Stop der Therapie bei LDH < 400 IU/L und Thrombozyten über 100.000/mm-3
  • Als Plasmaersatz sollte in erster Linie FFP verwandt werden. Ggf. kann im Verlauf 50% des Plasmaersatzes mit Humanalbumin erfolgen
  • Vor jeder Plasmapherese Gabe von 100mg Soludecortin sowie 1 Amp. Tavegil (Clemastin) und 1 Amp. Ranitic (Ranitidin) zur Prophylaxe von anaphylaktoiden Reaktionen
  • Standardmäßig keine weitere Steroidgabe
  • Antikoagulation mit Heparin oder Citrat
  • Täglich Kontrolle von Blutbild, LDH, Calzium, Kalium, Kreatinin alle zwei Tage (besser Cystatin)
  • PP am Herz- und O² -Monitor, täglich Diuresebestimmung
  • Bei Bedarf Hämodialyse (ggf. mit UF) nach den PP
  • Erykonzentrate nur bei Hb < 6,0 g/dl (ggf. früher bei symptomatischer Anämie); Hb nicht auf über 10,0 g/dl anheben
  • Bei schweren Verläufen kann eine PP auch bei Schwangeren und Kindern sinnvoll sein

Hotline: 01802 - 335670