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CAPRIT-Studie: Nierentransplantierte profitieren von einer Anämie-Vollkorrektur
Choukroun G, Kamar N, Dussol B et al. CAPRIT study Investigators. Correction of postkidney transplant anemia reduces progression of allograft nephropathy. J Am Soc Nephrol 2012; 23: 360-8
Aus retrospektiven Studien gibt es Hinweise, dass die chronische Allograftnephropathie bei Patienten mit Posttransplantationsanämie schneller voranschreitet als bei Transplantierten mit normalem Hb. Ob jedoch die Korrektur der Anämie das renale Outcome verbessert, ist nicht bekannt. In einer randomisierten, kontrollierten, open-label Multicenterstudie wurden Patienten mit einem Hb <11,5 g/dl und einer eGFR <50 ml/min/1,73 m2 mit Epoetin-β behandelt und der Effekt auf die Progression der Nephropathie untersucht. Dabei wurden Patienten mit einer Hb-Normalisierung (13,0-15,0 g/dl, n=63 in Gruppe 1) und Patienten mit partieller Korrektur (10,5-11,5 g/dl, n=62 in Gruppe 2) miteinander verglichen.
Nach zwei Jahren betrug der mittlere Hb-Wert in den Gruppen 12,9 und 11,3 g/dl (p<0,001). In diesen zwei Jahren sank die eGFR in Gruppe 1 im Mittel um 2,4 ml/min/1,73 m2 verglichen mit 5,9 ml/min/1,73 m2 in Gruppe 2 (p=0,03). Darüber hinaus erreichten in Gruppe 1 signifikant weniger Patienten das Terminalstadium als in Gruppe 2 (3 versus 13 Patienten, p<0,01). Das kumulative mortalitätsbereinigte Transplantatüberleben lag bei 95% unter Anämie-Vollkorrektur und bei 80% unter partieller Korrektur (p<0,01). In Gruppe 1 kam es außerdem zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität. Die Zahl der kardiovaskulären Ereignisse war in beiden Gruppen ähnlich niedrig.
Zusammenfassend wurde in dieser prospektiven Studie die Progression der chronischen Allograftnephropathie durch eine Hb-Normalisierung mit Werten ≥13 g/dl deutlich verlangsamt.