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Wissenschafts-News

Mittwoch, 16. Mai 2012 09:55 Uhr Alter: 1
Kategorie: Wissenschafts-News

Veränderungen des IgA-Rezeptors bei IgA-Nephropathie

Berthelot L, Papista C, Maciel TT et al. Transglutaminase is essential for IgA nephropathy development acting through IgA receptors. J Exp Med 2012; 209: 793-806


Die Therapie der IgA-Nephropathie (IgAN) wird durch ihre komplexe Pathogenese erschwert. So sind die Faktoren, die zur IgA1-Ablagerung im glomerulären Mesangium führen unbekannt. Zum einen werden Veränderungen des IgA-Rezeptors damit in Zusammenhang gebracht – einschließlich Komplexen aus zirkulierendem IgA und löslichem CD89 (sCD89); zum anderen wird eine Überexpression des mesangialen IgA1-Rezeptors TfR1 (transferrin receptor 1) angenommen.
In der vorliegenden Arbeit wurde gezeigt, dass Mäuse, die sowohl humanes IgA1 als auch CD89 exprimieren, zirkulierende und mesangiale IgA1-sCD89-Komplexe aufweisen, was zur renalen Inflammation, Hämaturie und Proteinurie führt; Tiere hingegen, die nur IgA1 exprimierten, zeigten dagegen endokapilläre IgA1-Ablagerungen, jedoch weder mesangiale Schäden noch eine renale Dysfunktion.
Bei IgA1-exprimierenden Mäusen induzierten Injektionen von sCD89 mesangiale IgA1-Ablagerungen. sCD89 konnte sowohl im murinen als auch in humanem Mesangium nachgewiesen werden. Die IgA1-Deposition ist mit einer direkten Bindung von sCD89 am mesangialen TfR1 verbunden, woraus eine TfR1-Hochregulation resultiert. Die sCD89-TfR1-Interaktion steigert die Expression von Transglutaminase 2 (TGase2) auf mesangialen Oberflächen, was wiederum die TfR1-Expression fördert.

Die Ergebnisse zeigen ein Zusammenspiel von IgA1, sCD89, TfR1 und TGase2 bei der Entstehung mesangialer Zellschäden in der Pathogenese der IgAN. Dabei ist die TGase2 für die Verstärkung eines Circulus vitiosus der IgA1-sCD89-Deposition verantwortlich. Somit könnte die TGase2 künftig einen therapeutischen Angriffspunkt bei der IgAN darstellen