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HLA-Desensibilisierung vor Transplantation von inkompatiblen Lebendspendernieren
Montgomery RA, Lonze BE, King KE et al. Desensitization in HLA-Incompatible Kidney Recipients and Survival. N Engl J Med 2011; 365:318-326
In den USA sind über 20.000 auf ein Nierentransplantat wartende Patienten HLA-sensibilisiert, was oft die Wartezeit verlängert, die Transplantationswahrscheinlichkeit verringert und die Mortalität erhöht. Eine Lösung stellt die Lebendnierenspende nach Entfernung spenderspezifischer HLA-Antikörper dar. Ob eine solche Antikörper-Depletion zu den gleichen Überlebensraten führt wie das Warten auf ein HLA-kompatibles Organ, ist unbekannt. In der Studie wurden 211 HLA-sensibilisierte Patienten vor der Lebendnierentransplantation mit Plasmapherese und einer i.v.- Immunglobulin-Gabe behandelt (Behandlungsgruppe). Diese Gruppe wurde mit gematchten Kontrollgruppen hinsichtlich der Mortalität verglichen: Die erste Kontrollgruppe bildeten Wartelisten-Patienten, die weiter dialysiert wurden („nur-Dialyse-Gruppe“), die zweite Kontrollgruppe wurde entweder weiter dialysiert oder erhielt eine HLA-kompatible Transplantation („Dialyse-oder NTX-Gruppe“).
Im Ergebnis betrug das Überleben in der Behandlungsgruppe 90,6% im ersten Jahr, 85,7% nach drei, 80,6% nach fünf und 80,6% nach acht Jahren. In der „nur-Dialyse“-Kontrollgruppe lagen die entsprechenden Raten bei 91,1%, 67,2%, 51,5%, und 30,5%, und in der „Dialyse-oder NTX“-Kontrollgruppe bei 93,1%, 77,0%, 65,6%, und 49,1%. Schlussfolgernd ergibt sich für HLA-sensibilisierte Patienten durch die Lebendnierentransplantation mit vorheriger Desensibilisierung ein signifikanter Überlebensvorteil gegenüber der weiteren Dialyse und dem Warten auf ein kompatibles Organ. Nach acht Jahren hat sich dieser Überlebensvorteil mehr als verdoppelt. Nach diesen Daten können Desensibilisierungs-Protokolle als hilfreich eingeschätzt werden, Inkompatibilitätsbarrieren bei der Lebendspende zu überwinden.