Wissenschafts-News
Kategorie: Wissenschafts-News
Von: Pressestelle DGfN
Keine Outcome-Vorhersage durch den ultrasonografischen renalen RI nach NTX
Seiler S, Colbus SM, Lucisano G et al. Ultrasound renal resistive index is not an organ-specific predictor of allograft outcome. Nephrol Dial Transplant 2012, January 30 epub
Der mittels Ultraschall gemessene renale Resistance-Index (renal resistive index/RRI) wurde in der Vergangenheit wiederholt als Vorhersageparameter des Allograftüberlebens bei Nierentransplantierten vorgeschlagen. Ausgehend von klinischen und experimentellen Daten sollte diese Studie die Theorie widerlegen, dass der RRI in charakteristischer Weise die Situation der Transplantatniere widerspiegelt. Stattdessen wurde die Hypothese aufgestellt, dass der RRI eher einen Marker für systemische Gefäßschäden darstellt als einen organspezifischen Marker. Um die Hypothese zu widerlegen, sollte der renale RI als Prädiktor des Transplantatüberlebens größer sein als der RI von anderen Abdominalorganen (wie der Milz). Zu diesem Zweck erfolgten simultane ultrasonografische RI-Messungen von Milz (SRI) und Transplantat (RRI) bei 78 stabil nierentransplantierten Patienten. Es wurde außerdem als etablierter Marker für systemische Gefäßschäden die Intima-Media-Dicke (IMT) der A. carotis communis gemessen. Während des Follow-up von 4,9±0,5 Jahren wurde der kombinierte primäre Endpunkt, definiert als GFR-Abfall von ≥50%, Eintreten erneuter Dialysepflicht oder Tod erfasst.
Zu Beginn korrelierten der RRI und der SRI beide mit der IMT (RRI= 0,203; p=0,006 und SRI=0,315, p<0,001), nicht jedoch mit den Transplantat-spezifischen Markern GFR und Proteinurie. Ein erhöhter RRI war ein schwach nicht-singnifikanter Prädiktor des kombinierten primären Endpunktes. Der RRI übertraf den SRI als Outcome-Prädiktor nicht. Bei der Analyse der Einzelkomponenten des kombinierten Endpunktes versagte der RRI bei der Vorhersage renaler Ereignisse (GFR-Abfall von ≥50%, Dialysepflicht), wohingegen er die Gesamtmortalität vorhersagte.
Die Ergebnisse unterstützen die Auffassung, dass der RRI kein spezifischer Indikator des für Transplantatzustandes ist. Ähnlich dem SRI ist der RRI eher mit Markern systemischer Gefäßschäden und der Mortalität assoziiert.