Kategorie: Presse
Von: Pressestelle Albers
Newsletter Weltnierentag 2010 - Ausgabe 2
Warum sind Diabetiker "Hochrisikopatienten"? Was bringt die Früherkennung? Ein Gespräch mit Prof. Dr. Werner Riegel Die Rote Säule
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Medienvertreter,
herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe unseres Newsletters zum Weltnierentag 2010. Der diesjährige Weltnierentag steht unter dem Motto "Damit die Nieren länger funktionieren: Ich mach´ den Blutzuckercheck". Denn was viele nicht wissen: Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit") schädigt die Nieren, insbesondere, wenn er nicht erkannt und behandelt wird. Die Dunkelziffer von Diabetes ist hoch - 2006 wurden in Deutschland 7 Mio. Menschen mit Diabetes behandelt, die Experten gehen aber davon aus, dass es etwa genauso viele Menschen gibt, bei denen der Diabetes nicht diagnostiziert wurde (siehe Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2009). Bei diesen Menschen können sich Folgeerkrankungen wie das chronische Nierenversagen unbemerkt entwickeln. Bei gut einem Drittel aller Dialysepatienten ist die Nierenkrankheit auf einen Diabetes zurückzuführen. Anliegen des diesjährigen Weltnierentages ist es daher, die Bevölkerung auf die Gefahr durch Diabetes aufmerksam zu machen - regelmäßige Blutzuckertests werden empfohlen, um einen Diabetes zu erkennen - und Diabetiker für spezielle Möglichkeiten der Prävention von Nierenerkrankungen zu sensibilisieren.
Wir möchten Sie bitten, diese wichtige Präventionsbotschaft mit Ihrer Berichterstattung zu transportieren - herzlichen Dank!
Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Nephrologie
Dr. Bettina Albers
E-Mail: info@albersconcept.de
Tel.: 03643 / 776423
Warum sind Diabetiker "Hochrisikopatienten" für die chronische Nierenerkrankung?
Diabetes schädigt die Gefäße, das gilt insbesondere, wenn der Blutzucker nicht gut eingestellt ist. Auch in den Nieren gibt es Millionen feinster Blutgefäße. Mit zunehmender Schädigung dieser Gefäße nimmt die Nierenfunktion ab. Das erfolgt häufig unbemerkt, da der Nierenfunktionsverlust zunächst ohne Symptome verläuft. Für Diabetiker ist es daher wichtig, einmal im Jahr ihre Nierenfunktion testen zu lassen, denn so lässt sich ein beginnender Nierenfunktionsverlust feststellen und häufig auch noch aufhalten.
Was bringt die Früherkennung von chronischen Nierenerkrankungen?
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Werner Riegel, Präsident der Deutschen Nierenstiftung
Früherkennung wird zunehmend auch kritisch diskutiert. So konnte man in einigen Zeitungen lesen, dass die Früherkennung von einigen Krebserkrankungen für die Patienten unterm Strich gar nichts bringe. Wie sieht es mit dem Nutzen der Früherkennung von Nierenerkrankungen aus?
Die Früherkennung von chronischen Nierenerkrankungen ist höchst effektiv. Wird eine solche Erkrankung rechtzeitig erkannt und von einem Nephrologen (Nierenexperten) behandelt, kann der Nierenfunktionsverlust aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden. Im Klartext heißt das für den Patienten, dass durch die frühzeitige Diagnose und Therapie eine Nierenersatztherapie (Dialyse oder Transplantation) entweder gar nicht mehr nötig wird oder zumindest Jahre nach hinten hinaus verschoben werden kann. Wenn man bedenkt, wie stark beispielsweise die Dialysepflichtigkeit die Lebensqualität beeinträchtigt - der Patient muss dreimal pro Woche drei bis vier Stunden dialysiert werden - und außerdem auch die Prognose der Patienten verschlechtert - Dialysepatienten haben nun mal eine erhöhte Mortalität - kann man den Wert der Früherkennung gar nicht hoch genug einschätzen. Und selbst gesundheitsökonomisch "rechnet" sich die Früherkennung von Nierenerkrankungen: Ein Dialysepatient verursacht durchschnittlich Kosten von 50.000 € pro Jahr (inklusive Medikamente, notwendige chirurgische Eingriffe, etc.). Da entlastet jeder Patient, dem dank der Früherkennung die Dialysepflichtigkeit erspart werden kann, das Gesundheitsbudget!
Wie funktioniert die Früherkennung von chronischen Nierenerkrankungen?
Ein "Nieren-Check" beim Hausarzt kann über die Nierenfunktion Auskunft geben. Im Wesentlichen besteht der aus einem Urintest, der anzeigt, wie viel Eiweiß im Urin ist. Denn wenn die Filterfunktion der Nieren beeinträchtigt ist, wird vermehrt Eiweiß ausgeschieden. Bei einer gesunden Niere ist das Filtergewebe so dicht, dass höchstens 20 mg Eiweiß pro Tag im Urin ausgeschieden werden. Ist mehr Eiweiß im Urin, wird der Arzt weitere Tests (z.B. eine Kreatinin-Bestimmung im Blut) anschließen. Weisen die Nierenwerte darauf hin, dass die Nieren nicht in Ordnung sind, muss eine Überweisung zum Nephrologen erfolgen. Der verordnet dann eine Therapie, die den weiteren Nierenfunktionsverlust aufhalten oder zumindest verlangsamen kann. Den "Nierencheck" sollten gesunde Menschen über 35 Jahre alle zwei Jahre beim Hausarzt durchführen lassen (ist im Leistungspaket der Krankenkassen enthalten), bestimmte Risikogruppen wie Diabetiker oder Patienten mit Bluthochdruck sollten den Test unbedingt jährlich durchführen lassen.
Die Deutsche Nierenstiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung auf die Früherkennung von Nierenerkrankungen hinzuweisen. Wie gehen Sie diese Aufgabe an?
Präventionsarbeit ist schwierig - man weiß, dass weder der "erhobene Zeigefinger" noch abschreckende Bilder im Bereich der Gesundheitsprävention etwas bringen. Die Deutsche Nierenstiftung setzt daher auf Information - sowie auf Kampagnen, die das Interesse der Menschen wecken. Eine solche Kampagne ist die "Rote Säule". Die visualisiert die Leistungskraft der Nieren, denn die Menge an Blut, die unsere Nieren täglich filtern, entspricht dem Volumen einer Litfaßsäule. Mit dieser Kampagne wecken wir Interesse für das Organ Niere sowie Begeisterung für dessen Leistungskraft und animieren die Menschen, auf ihre Nierengesundheit acht zu geben. Neben diesen besonderen Aktionen halten wir natürlich auch umfassendes Informationsmaterial für Interessierte bereit.
Mit dem Weltnierentag beginnt auch die Nierenwoche 2010 der Deutschen Nierenstiftung. Was passiert da?
Die Nierenwoche ist eine bundesweite Aktionswoche der Deutschen Nierenstiftung, die vom 13.- 20. März stattfindet. Mit zahlreichen Veranstaltungen - sei es ein Tag der offenen Tür, öffentliche Vorträge, Patientenseminare oder besondere Benefiz-Aktionen - machen Nierenzentren deutschlandweit auf Prävention und Früherkennung aufmerksam. Eine Liste der Aktionen und Events zur Nierenwoche finden Sie auch auf unserem Internetauftritt unter www.nierenstiftung.info Wir freuen uns sehr über das zunehmende Interesse der Bevölkerung und der Medien an der Nierenwoche.
"Die Rote Säule"
Die Rote Säule ist eine Präventionskampagne der Deutschen Nierenstiftung. Sie ist das beeindruckende Symbol für die herausragende Bedeutung und Leistung der Niere - und sie soll einen entscheidenden Beitrag zur Aufklärung und Prävention leisten. Zu sehen ist die Rote Säule auf verschiedenen Messen und Großveranstaltungen, aber auch in Ministerien, Gesundheitsämtern und in Rathäusern. Die Tourdaten der Rote Säule finden Sie unter www.die-rote-saeule.de Ganz aktuell finden Sie dort auch e-Grußkarten zur Nierenwoche!
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