Nierenschäden durch Medikamente
Eine Reihe von Medikamenten haben Auswirkungen auf die Niere. Besonders bei Erkrankungen, die eine langfristige Einnahme dieser Medikamente notwendig machen, sollte eine regelmäßige Kontrolle durch den Nephrologen erfolgen.
Unsere Nieren vollbringen täglich Höchstleistungen. Sie sorgen zum einen dafür, dass überflüssiges Wasser ausgeschieden wird, sind andererseits aber auch verantwortlich für einen ausgeglichenen Elektrolythaushalt. Zusätzlich eliminieren sie Medikamente oder deren Abbauprodukte. Einige dieser Substanzen können das Nierengewebe aber auch schädigen.
Beispiel Schmerzmittel
Ein Beispiel dafür sind die Schmerzmittel: Wer über längere Zeit regelmäßig Schmerzmittel einnimmt, muss sich der Gefahren bewusst sein, die damit einhergehen. Gegen Kopfschmerzen eingenommen, können die Medikamente paradoxerweise nicht nur zu noch mehr Kopfschmerzen führen - auch die Nieren reagieren empfindlich auf einen "Dauerbeschuss" mit diesen Medikamenten.
Freiverkäufliche Schmerzmittel (Analgetika), die den Wirkstoff Paracetamol enthalten, machen den Nieren bei Dauergebrauch besondere Probleme. Wird eine Dosis von insgesamt 1000 Gramm Paracetamol erreicht, ist es wahrscheinlich, dass die Nieren geschädigt werden. 1000 Gramm Paracetamol erreicht man schon in drei Jahren, wenn man täglich nur zwei Tabletten mit 500 Milligramm einnimmt - eine Dosis, die häufiger zum Beispiel bei chronischen Gelenkbeschwerden benutzt werden. Auch der regelmäßige Gebrauch von anderen Rheumamitteln (Ibuprofen, Indomethacin) kann zu akuter oder chronischer Nierenschädigung führen.
Rascher Krankheitsverlauf
Bei anderen Medikamenten kann schon eine einmalige Einnahme zu einem akuten Nierenversagen führen - in diesen Fällen beeinträchtigt also nicht die hohe Gesamtdosis die Nieren, sondern der Wirkstoff selbst schädigt die Nierenzellen, oder er führt zu einer schlechten Durchblutung des Nierengewebes und bringt die Zellen so zum Absterben. Medikamente, die eine solche Nierenschädigung hervorrufen können, sind beispielsweise bestimmte Antibiotika, Chemotherapeutika, Bluthochdruckmittel und harntreibende Mittel (Diuretika). Jedoch führt nicht jedes Medikament bei jedem Patienten zu einer Nierenschädigung. Eine sachgerechte und abgewogene, individuelle Therapie ist daher erforderlich. Daher sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihrem Arzt immer über die Einnahme all Ihrer Medikamente informieren.
Führen Medikamente zu Störungen der Nierenfunktion, müssen diese nach ärztlicher Anordnung abgesetzt und, wenn erforderlich, durch einen anderen Wirkstoff ersetzt werden.
Setzt man Paracetamol ab, erholt sich zwar das bereits geschädigte Nierengewebe nicht mehr, aber die Schädigung schreitet nicht weiter voran.
Bei der akuten Nierenschädigung durch Medikamente führt eine rasche Therapie meist zu einer völligen Wiederherstellung der Nierenfunktion.