Gefäßbedingte Nierenschädigung
Sowohl akute, als auch chronische Erkrankungen der Gefäße können die Nierenfunktion beeinträchtigen. Manche Ursachen und damit auch ihre Auswirkungen auf die Nieren kann man rasch beseitigen, andere hingegen nur lindern. Ist die Ursache nicht zu beheben, bleibt auch die Funktion der Nieren eingeschränkt.
Im Prinzip ist der Mechanismus immer gleich: Gefäßerkrankungen führen zu einer Minderdurchblutung der Nieren. Sind die Gefäße komplett verschlossen, zum Beispiel durch ein Blutgerinnsel oder durch allmähliches "Zuwachsen" der Gefäßwand, wird das dahinter liegende Nierengewebe nicht mehr ausreichend durchblutet und stirbt ab.
Was Gefäße krank macht
Dass die Gefäße sich verändern, kann mehrere Ursachen haben. Verkalkungen (Arteriosklerose), Verstopfungen durch Blutgerinnsel und Entzündungen sind die häufigsten Gründe. Je nachdem, wie rasch die Minderdurchblutung entsteht, entwickelt sich auch die Nierenschädigung. Dies geht vom akuten Nierenversagen innerhalb von Stunden bis hin zu einer über Jahre fortschreitenden chronischen Nierenfunktionseinschränkung. Die häufigste Gefäßerkrankung, die Arteriosklerose, entsteht durch Verkalkungen der Gefäßwände. Sie führt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und eben Nierenschädigung. Jeder zweite Deutsche verstirbt an den Folgeerkrankungen der Arteriosklerose.
Die Gefäße verkalken nicht von heute auf morgen, sondern über Jahre bis Jahrzehnte, ohne dass dies am Erkrankungsbeginn zu Beschwerden führen muss. Auch die Nieren werden erst auffällig, wenn mehr als 50 Prozent ihres Gewebes zerstört sind. Nicht nur die Erkrankung der Gefäße innerhalb der Niere ist bedeutsam, sondern auch die Veränderung der zuführenden großen Leitungsgefäße außerhalb der Niere. Entsteht beispielsweise eine Engstelle zwischen der Aorta (Bauchschlagader) und der Niere, spricht man von einer Nierenarterienstenose, einer relativ häufigen Erkrankung.
Versperren Blutgerinnsel dem Blut den Weg in die Nieren, reagieren diese meist sehr rasch auf die Minderdurchblutung, ein akuter Niereninfarkt und in der Folge ein ANV sind die Folgen. Sind die Gerinnsel jedoch sehr klein und setzen sich nur in kleinsten Nierengefäßen fest, reicht die Durchblutung des Restgewebes zur Aufrechterhaltung der vollen Nierenfunktion aus. Daher werden diese kleinen Gerinnsel manchmal gar nicht erkannt.
Eckpfeiler in der Behandlung
Gefäßbedingte Nierenschäden behandelt man dadurch, dass man die Ursache, also die Gefäßkrankheit bekämpft. Auch zusätzliche Risikofaktoren für die Nieren sollten soweit wie möglich angegangen werden: Hierzu gehören vor allem der Diabetes mellitus, der Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen (Hypercholesterinämie). Die konsequente Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Cholesterin retten Nierengewebe.
Die Nierenarterienstenose wird heutzutage üblicherweise durch eine Ballon-Katheteraufdehnung beseitigt.