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Nieren und Bluthochdruck

Der häufigere Weg ist, dass Bluthochdruck zu einer Nierenschädigung führt, es kann aber auch umgekehrt sein: Eine geschädigte Niere lässt den Blutdruck steigen. Egal ob als Opfer oder als Täter, bei Bluthochdruck spielt die Niere eine entscheidende Rolle.
In über 90 Prozent der Fälle weiß man nicht genau, wie es zu einem Bluthochdruck (Hypertonie) kommt, man nennt diese Form in der Medizin essentielle Hypertonie. Viele Menschen mit bereits manifestem Diabetes mellitus oder Patienten mit hohem Körpergewicht auf dem Weg zur Diabeteserkrankung, sind in der Gruppe der Patienten mit essentieller Hypertonie wiederzufinden.
Bei weniger als jedem zehnten Bluthochdruck kennt man die Ursache. Beispielsweise können Gefäßverengungen, Schwangerschaft, Medikamente oder hormonelle Störungen den Blutdruck vorübergehend oder auf Dauer steigen lassen.

Wie funktioniert "der Blutdruck"?
Der Druck in unseren Blutgefäßen bestimmt, wie schnell das Blut durch den Körper fließt und die einzelnen Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Dehnbarkeit der Blutgefäße sorgt dafür, dass sich der Druck den Anforderungen unseres Körpers anpassen kann. Stellt sich ein Gefäß weit, kann mehr Blut hindurchfließen, stellt es sich eng, ist der Blutfluss gedrosselt. Bei engen Blutgefäßen muss der Druck höher sein wie bei einem weit gestelltem Gefäß, damit die gleiche Blutmenge hindurchgepumpt werden kann. Es ist das gleiche Prinzip wie bei einem Schlauch und einem Wasserhahn: je dicker der Schlauch, umso weiter muss man den Hahn aufdrehen, um die gleiche Wassermenge zu erhalten.
Strengen wir uns beispielsweise körperlich an, brauchen unsere Muskeln mehr Sauerstoff und Nahrung; um diese Belastung leisten zu können, steigt der Blutdruck an - natürlich wird auch die Atmung schneller, da die Lunge dem Blut den Sauerstoff liefern muss. Dieser Blutdruckanstieg ist nicht krankhaft, sondern sogar notwendig, um Leistung erbringen zu können.
Müssen die Blutgefäße jedoch auch schon in Ruhe einen erhöhten Druck aufbringen, um ausreichend Blut durch den gesamten Körper pumpen zu können, dann stimmt etwas nicht.

Die Nieren mischen immer mit
Die Weite der Gefäße ist entscheidend für den Druck, der notwendig ist, um ausreichend Blut durch die Gefäße hindurchfließen zu lassen. Je weiter ein Gefäß ist, umso mehr Blut kann mit niedrigem Druck hindurchfließen. Es gibt verschiedene Ursachen dafür, dass ein Gefäß sich nicht mehr weit stellen kann. Hormone, Nerven und direkte Schädigungen der Gefäßwand können dafür verantwortlich sein. Sowohl nervale als auch hormonelle Regelkreise, die den Blutdruck beeinflussen, werden über die Nieren mit gesteuert. Lässt die Nierenfunktion nach, erhöhen sich den Blutdruck steigernde Hormone, und Nerven signalisieren eine Engstellung der Blutgefäße, die dann ebenfalls zum Blutdruckanstieg führen.
Zusätzlich können sich Nierengefäße durch Verkalkungen, Blutgerinnsel oder Entzündungen soweit verengen, dass ein ausreichender Blutfluss nur noch durch einen hohen Blutdruck gewährleistet werden kann. Auch ein permanent hoher Blutdruck kann zu einer Gefäßwandverdickung führen, der Druck steigt dann weiter an je enger die Gefäße werden.
Unabhängig davon, ob eine gestörte Nierenfunktion zu einem Blutdruckanstieg führt oder umgekehrt erst der hohe Blutdruck die Nieren schädigt, mit der Zeit findet man meist beide Störungen gleichzeitig.