Kommission Diabetes, Stoffwechsel und Niere

Über die Kommission

Obwohl die Inzidenz und Prävalenz von diabetesassoziierten Nierenerkrankungen in den letzten Jahren leicht abgenommen hat, stellt die diabetische Nephropathie weiterhin die Hauptursache für die terminale dialysepflichtige Niereninsuffizienz in allen westlichen Ländern, einschließlich Deutschland, dar. Patienten mit diabetischer Nephropathie haben bekannter Weise ein stark erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.

Die Pathophysiologie und Pathologie der diabetischen Nephropathie hat in den letzten Jahren einen erheblichen Fortschritt erzielt. So hat inzwischen eine pathologisch-anatomisch definierte Einteilung der diabetischen Nephropathie in verschiedene Stadien die Möglichkeit gegeben, das Risiko einer Progression der Erkrankung vorherzusagen. Neben den klassischen Therapiezielen, wie eine Blutdruckreduktion durch Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems mit maximaler Reduzierung der Mikroalbuminurie/Albuminurie sowie eine Verbesserung der Blutzuckereinstellung, haben neue Medikamente erstmalig zeigen können, dass sie eventuell spezifisch in die Mechanismen der Progression der diabetischen Nephropathie eingreifen können.

So konnten Gliflozine zeigen, dass diese Therapie trotz nur relativ geringen Veränderungen der HBA1C-Werte zu einer Reduktion der diabetischen Nephropathie als auch eine Reduktion der kardiovaskulären Mortalität, Gesamtmortalität und Hospitalisierungsrate führte. Damit stehen erstmals Medikamente in diesem Hochrisikokollektiv zur Verfügung, welche das kardiovaskuläre Risiko und auch die Progression der Niereninsuffizienz reduzieren. Möglicherweise haben SGLT2-Hemmer eine direkte nephroprotektive Wirkung. Auch für GLP1-Rezeptoragonisten ist ebenfalls ein vasoprotektiver Wirkmechanismus nachweisbar.

Die Ziele der Kommission Diabetes und Niere sind, diese hochinteressanten neuen Ansätze zur Pathophysiologie und auch Therapie der diabetischen Nephropathie kritisch zu begleiten und die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie über solche bahnbrechenden Entwicklungen zeitnah, aber auch kritisch zu informieren und entsprechende Weiterbildungsveranstaltungen, Kongresssymposia, Publikationen sowie Übersichtspublikationen zu organisieren. Die Kommission ist mit Experten besetzt, die zum größten Teil Nephrologen sowie Diabetologen sind.