Kommission Intensivmedizin

Über die Kommission

Eine Nierenerkrankung (insbesondere ein akutes Nierenversagen) ist im Rahmen eines intensivmedizinischen Aufenthaltes keine ungewöhnliche Begleiterkrankung. Nicht nur, dass Patienten, die intensivmedizinisch erkrankt sind, ein Nierenversagen entwickeln, umgekehrt erleiden auch überproportional viele Patienten mit Nierenerkrankungen aufgrund ihrer Komorbidität Erkrankungen, die intensivmedizinisch betreut werden müssen.

Das akute Nierenversagen (Acute Kidney Injury, abgekürzt AKI) ist eine schwere Erkrankung, die Millionen von Menschen betrifft. Patienten auf einer Intensivstation (ICU), die ein AKI entwickeln, haben eine deutlich erhöhte Morbidität und Mortalität, sowie eine verlängerte Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation und im Krankenhaus. Dies erhöht die Kosten, vor allem, wenn sie eine Nierenersatztherapie benötigen. Im letzteren Fall steigen Morbidität und Mortalität weiter an. Um den Bedürfnissen dieser kritisch kranken Patienten gerecht zu werden, wird zunehmende ein multidisziplinäres Team gefordert, das die Bemühungen von Ärzten und Krankenschwestern aus verschiedenen Disziplinen sowie Nephrologen und Intensivmediziner kombiniert.

Auf vielen Intensivstationen werden schwerkranke Patienten durch speziell ausgebildete Intensivmediziner (Internisten und/oder Anästhesisten) betreut. Bisher sind nur wenige dieser Kolleginnen und Kollegen auch nephrologisch geschult. Da allerdings sowohl Diagnostik als auch Therapie bei Niereninsuffizienz oft sehr speziell sind, ist es wichtig, dass auch die Nephrologen auf den intensivmedizinischen Stationen Patienten betreuen. Große Studien konnten zeigen, dass die Prognose dieser Patienten durch die Mitbetreuung bzw. sogar hauptverantwortliche Betreuung von Nephrologen verbessert wird. Neben den nephrologischen Spezialaspekten bei der diagnostischen und therapeutischen Betreuung dieser Patienten muss auch der Einsatz extrakorporaler Nierenersatzverfahren auf den Intensivstationen - entgegen dem aktuellen Trend – zukünftig vermehrt an nephrologische Expertise gekoppelt werden.

Die von der DGfN neu gegründete „Kommission Intensivmedizin“ hat zur Aufgabe, das Bewusstsein und das Knowhow für die nephrologische Intensivmedizin zu stärken und die Kooperation mit Intensivmedizinern zu intensivieren. Zusammen mit den internistischen Dachverbänden und den Anästhesisten- sowie den internistischen Intensivmedizinern soll dieser spezielle Aspekt der Versorgung nierenkranker Patienten sowohl klinisch, als auch durch forschungstechnisch ausgeweitet werden. Es ist geplant die Kommission durch Kolleginnen und Kollegen, die sowohl Nephrologen als auch Intensivmediziner sind bzw. eine Intensivstation mitbetreuen, aufzustocken. Neben den inhaltlichen Aspekten der medizinischen Betreuung der Patienten soll auch die Fortbildung jüngerer Kolleginnen und Kollegen auf dem speziellen Faktor der nephrologischen Intensivmedizin etabliert werden.