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Nierenbeckenentzündung / (Pyelonephritis)

Infektionen der Harnwege werden unterschieden in untere Harnwegsinfekte (HWI, z.B. Harnblasenentzündung) und obere HWI (Nierenbeckenentzündung, Pyelonephritis). Dieser Begriff setzt sich zusammen aus dem griechischen "Pyelon" für Nierenbecken und "Nephritis" für Nierenentzündung. Die Pyelonephritis  beeinträchtigt das Allgemeinbefinden massiv - es kommt zu hohem Fieber, Kopf- und meist einseitigen Flankenschmerzen.
Die Erkrankung kann bei beiden Geschlechtern und in jeder Altersklasse vorkommen, findet sich aber häufiger bei Mädchen (bei ungefähr 1,5 Prozent der Mädchen in schulpflichtigem Alter) und Frauen (4-8 Prozent). In der älteren Generation treten Harnwegsinfekte vermehrt bei Männern auf - Ursache ist dann meist eine vergrößerte Prostata (= Vorsteherdrüse), die den Harnabfluss behindert.

Ursachen
Die Pyelonephritis kann akut oder chronisch verlaufen. Eine akute Nierenbeckenentzündung tritt meistens einseitig auf. Sie entwickelt sich üblicherweise aus einer aufsteigenden Harnwegsinfektion. Das bedeutet, dass Bakterien von der Harnröhre über die Harnblase und den Harnleiter aufsteigend in die Niere wandern und sich dort vermehren. In 80 Prozent der Fälle werden als Erreger E. coli – Bakterien nachgewiesen, normalerweise harmlose Bewohner des menschlichen Darms.
Bemerkbar macht sich die akute Pyelonephritis mit schmerzhaftem und häufigem Harndrang, hohem Fieber (bis 40°), Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, sowie Rücken- und Flankenschmerzen.
Ein gestörter Harnabfluss, zum Beispiel durch Nierensteine, begünstigt die Entstehung einer akuten Nierenbeckenentzündung.  Sind die ableitenden Harnwege über längere Zeit gestaut, kann aus der akuten Nierenerkrankung eine chronische Nierenbeckenentzündung werden.
Angeborene oder erworbene Engstellen in der Harnröhre oder den Harnleitern begünstigen eine länger andauernde bakterielle Infektion. Die chronische Pyelonephritis kann lange Zeit symptomlos, also ohne Beschwerden verlaufen und birgt daher die Gefahr, nicht früh genug erkannt und behandelt zu werden.

Diagnostik
Die Nierenbeckenentzündung ist ein Beispiel für die wichtige Zusammenarbeit zwischen Urologen und Nephrologen. Denn bei wiederholt auftretender Nierenbeckenentzündung sollte unbedingt auch ein Urologe zu Rate gezogen werden, um möglichen Harnabflussstörungen auf die Spur zu kommen.
Diagnostiziert wird eine Pyelonephritis mit Hilfe einer Urinprobe. Hierbei werden Entzündungszeichen  wie weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sowie die Bakterien selbst nachgewiesen.

Behandlung
Die akute und die chronische Pyelonephritis werden mit Antibiotika, also bakterienabtötenden Medikamenten behandelt.
Jede Pyelonephritis muss sorgfältig und mit gezielten, gegen den speziellen Keim wirksamen Antibiotika behandelt und durch den Arzt kontrolliert werden, um ein Wiederauftreten zu vermeiden!
Bei chronischer Nierenbeckenentzündung müssen Engstellen beseitigt werden, um eine erneute Entzündung zu verhindern.
Zusätzlich kann jeder Betroffene selbst etwas tun: Trinken! Eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern pro Tag hilft dabei, die Bakterien aus der Niere zu "spülen".