Pressemeldungen

Klimawandel und Gesundheit – Hitze erhöht Risiko für Nierensteine

Hitzewellen nehmen zu – und mit ihnen das Risiko für Nierensteine. In heißen Regionen der Welt, dem sogenannten „Steingürtel“, sind Harnsteine besonders verbreitet. Fachleute warnen: Durch den Klimawandel könnte sich dieses Risiko auch in Deutschland erhöhen. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) empfiehlt daher, besonders in der warmen Jahreszeit täglich etwa 2,5 Liter Flüssigkeit über Nahrung und Getränke zu sich zu nehmen. Das gilt vor allem für Menschen mit erhöhtem Risiko, denn Nierensteine entstehen oft durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. mehr...

GKV-Beitrags­satz­stabilisierungs­gesetz: Früh­erkennung von chronischer Nieren­krankheit stärken

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) sprechen sich für ein gezieltes, systematisches Screening auf chronische Nierenkrankheit (CKD) bei Risikopatientinnen und -patienten aus. Dazu zählen insbesondere Menschen mit Diabetes mellitus, arterieller Hypertonie, kardiovaskulären Erkrankungen, Adipositas, familiärer Vorgeschichte sowie nach akutem Nierenversagen. Anlass ist der Referentenentwurf des Bundes­gesundheits­ministeriums (BMG) für ein GKV-Beitrags­satz­stabilisierungs­gesetz. Er sieht im Rahmen eines Sparpakets vor, Leistungen stärker auf ihren Nutzen zu prüfen und stellt unter anderem die Urinuntersuchung im Gesundheits-Check-up infrage. Am 29. April soll sich das Bundeskabinett mit dem Entwurf befassen. mehr...

Neue Studie zeigt: Prävention, Transplantationen und Peritonealdialyse senken Emissionen am wirksamsten

Der Klimawandel stellt auch für die Nierengesundheit eine zunehmende Herausforderung dar. Gleichzeitig arbeitet die Nephrologie daran, ihre eigene Versorgung nachhaltiger zu gestalten. Eine aktuelle Studie unter Beteiligung der Kommission „Klima, Umwelt und Niere“ der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) zeigt, dass die Hämodialyse in Deutschland durchschnittlich etwa 3,7 Tonnen CO₂-Äquivalente pro behandelter Person und Jahr verursacht (1, 2). Dieser Wert spiegelt vor allem den hohen technischen und energetischen Aufwand wider, der für eine lebensnotwendige Dialysebehandlung erforderlich ist. Die Studie macht jedoch auch deutlich, dass die Nephrologie über wirksame Möglichkeiten verfügt, die Umweltbelastung langfristig zu reduzieren. Neben technischen Maßnahmen – etwa durch energieeffizientere Infrastruktur oder den Einsatz erneuerbarer Energien in Dialysezentren – spielen vor allem medizinische Strategien eine wichtige Rolle. Dazu gehören eine konsequente Prävention und Früherkennung der chronischen Nierenkrankheit (CKD), eine Förderung der Nierentransplantation sowie der Ausbau von Heimdialyseverfahren, insbesondere der Peritonealdialyse. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit fordert die DGfN daher, diese Bereiche gezielt weiter zu stärken. mehr...

Zu viel Fruktose schadet den Nieren: Nephrologen warnen vor verstecktem Zucker in Getränken und Fertigprodukten

Übermäßiger Konsum von Fruktose (Fruchtzucker) kann die Nieren nachhaltig schädigen und das Risiko für eine chronische Nierenkrankheit (CKD) erhöhen. Besonders problematisch ist Fruktose, die in großen Mengen industriell zugesetzt wird – etwa in Softdrinks, Energydrinks, Fruchtsäften und zahlreichen Fertigprodukten, häufig in Form von Fruktose-Glukose-Sirup oder Maissirup. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN) anlässlich des Weltnierentags am 12. März 2026 hin. „Fruktose ist kein ‚gesünderer‘ Zucker – im Gegenteil: In großen Mengen kann sie über verschiedene Stoffwechselwege die Nieren massiv beeinträchtigen“, betont die DGfN. Besonders kritisch sei der Konsum zuckerhaltiger Getränke, da die Fruktose hier schnell und in hoher Konzentration aufgenommen werde. In Kombination mit Hitze und Flüssigkeitsmangel – etwa im Sommer oder bei körperlicher Anstrengung – könne dies die Nieren zusätzlich belasten. Die DGfN empfiehlt daher, zuckergesüßte Getränke im Alltag konsequent zu reduzieren und stattdessen Wasser, ungesüßten Tee oder Kaffee ohne Zucker zu trinken. Zugleich fordert sie die Gesundheitspolitik auf, sich den Empfehlungen der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), Bundesärztekammer und Nationaler Akademie der Wissenschaften Leopoldina zur Einführung einer Zuckersteuer anzuschließen. mehr...

DGfN fordert stärkere europäische Transplantations­politik: Zweiter EU-Aktionsplan nötig

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN) unterstützt eine europaweite Initiative der European Kidney Health Alliance (EKHA) und weiterer Fachgesellschaften. Diese fordern die Europäische Kommission dazu auf, den zweiten EU-Aktionsplan zu Organspende und Transplantation auf den Weg zu bringen. Die Allianz drängt zudem darauf, die im Jahr 2024 verabschiedeten EU-Ratsbeschlüsse zu Organspende und Transplantation in konkrete politische Maßnahmen zu überführen. Hintergrund ist der nach wie vor signifikante Organmangel. Aus deutscher Sicht ist der Handlungsdruck besonders hoch: Rund 8200 Menschen warten derzeit hierzulande auf ein Spenderorgan – die meisten von ihnen auf eine neue Niere und damit auf die einzige Therapie, die ein Leben ohne Dialyse ermöglicht. mehr...

Nierenscreening heute wichtiger denn je – chronische Nierenkrankheit früh erkennen und Dialyse vermeiden

Die chronische Nierenkrankheit (CKD) galt lange als schleichend fortschreitend und kaum aufzuhalten. Mehrere aktuelle Studien zeigen nun: Dieses Bild ist überholt. Moderne medikamentöse Therapien können das Fortschreiten der Erkrankung deutlich bremsen – und in vielen Fällen sogar einen langfristigen Stillstand der Nierenschädigung erreichen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine frühzeitige Diagnose. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) fordert daher ein konsequentes, modernes Nierenscreening – insbesondere bei Risikogruppen. mehr...

Die Niere riecht mit: Riech-Rezeptoren steuern Blutdruck und Zuckerhaushalt – Neue Forschung eröffnet Perspektiven für Bluthochdruck- und Diabetes-Therapie

Zimtsterne, Orangenöl, Fichtennadeln: Düfte begleiten die Weihnachtszeit. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch die Niere über „Geruchsrezeptoren“ verfügt – allerdings nicht, um Aromen wahrzunehmen, sondern um zentrale Körperfunktionen zu steuern. Eine neue wissenschaftliche Übersichtsarbeit zeigt, dass sogenannte olfaktorische Rezeptoren (ORs), bislang vor allem aus der Nase bekannt, auch in der Niere aktiv sind (1). Diese Rezeptoren gehören zur Familie der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCRs), die als besonders gut medikamentös beeinflussbar gelten. „Damit eröffnen sich neue Perspektiven für innovative Therapien bei Bluthochdruck, Diabetes und chronischer Nierenkrankheit“, sagt die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN). Zugleich zeige die Forschung, wie komplex und unverzichtbar das Organ sei. „Wir müssen Nieren bewusst schützen – von der Kindheit bis ins hohe Alter.“ mehr...

WHO-Tabakkonferenz: Internistinnen und Internisten fordern konsequente Einschränkungen für Tabak-, Nikotin- und Vape-Produkte

Von Herzinfarkten und Krebserkrankungen über Lungenschäden und Nierenfunktionsverlust bis hin zu Stoffwechsel- und hormonellen Störungen: Die gesundheitlichen Folgen des Rauchens betreffen sämtliche Bereiche der Inneren Medizin. Daher fordert die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) im Namen aller Internistinnen und Internisten deutlich strengere Regeln für Tabak-, Nikotin- und Vape-Produkte. Die Fachgesellschaft fordert anlässlich der aktuell tagenden Tabak-Konferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch für Deutschland härtere Maßnahmen wie Werbebeschränkungen, schärfere Regulierung neuer Tabak- und Nikotinprodukte wie Vapes und besseren Jugendschutz. mehr...

Fortschritte bei Glomerulo­nephritiden: Präzisere Diagnosen, gezielte innovative Therapien und neue Leitlinie verbessern die Versorgung

Glomerulonephritiden (GN), Entzündungen der Nierenkörperchen, sind mit etwa einem Viertel die häufigste Ursache für ein Nierenversagen und damit auch für eine lebenslange Dialyse oder Nierentransplantation. Dabei sind die zumeist immunologisch bedingten GN oft behandelbar, wenn sie rechtzeitig erkannt und mit modernen Medikamenten therapiert werden. Mittlerweile ermöglichen neue diagnostische Marker und molekulare Verfahren eine wesentlich genauere Einordnung der Krankheitsbilder – Grundlage für eine maßgeschneiderte Therapie. Die Behandlung entfernt sich zunehmend von unspezifischer Immunsuppression hin zu gezielten, pathophysiologisch fundierten Ansätzen. Unter dem Motto „Zeitenwende in der Nephrologie“ sind Glomerulonephritiden eines der Hauptthemen der 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) vom 2. bis 5. Oktober 2025 in Berlin. Sie stehen auch auf dem Programm der Online-Pressekonferenz am 30. September 2025 von 11:00 bis 12:30 Uhr. mehr...

Warum Blutdruck und Blutzucker entscheidend für die Nierengesundheit sind

Was viele nicht wissen: Bluthochdruck und Diabetes zählen zu den häufigsten Ursachen für eine chronische Nierenkrankheit (CKD). Die Nieren bestehen nämlich aus einem dichten Netzwerk feinster Blutgefäße, das, würde man es in die Länge ziehen, kilometerlang wäre. Es reagiert besonders sensibel auf Druck- und Zuckerbelastung. Deshalb ist es gerade für Risikopatientinnen und -patienten von entscheidender Bedeutung, die Nierenwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen und die eingenommenen Medikamente, insbesondere zur Senkung von Blutdruck und Blutzucker, konsequent einzunehmen – auch in Abwesenheit von Beschwerden, betont die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN). Sie sagt: „Gesunde Nieren brauchen gesunde Gefäße, und gesunde Gefäße benötigen stabile Nierenwerte.“ Denn Bluthochdruck und Diabetes aber auch die hierdurch verursachte CKD verlaufen häufig über Jahre hinweg unbemerkt – bis irreversible Schäden eingetreten sind. mehr...